Häxli's Sucht

Am Morgen

«Fee, ich sollte nicht mehr so viel Süsses essen, sonst werde ich kugelrund.»
«Dann lass es.»
«Das möchte ich ja, aber es ist stärker.»
«Wer ist es?»
«Meine Lust auf Süsses. Ich bin ein Zucker Junkie.»
«Also, es bist du selber?»
«Jein, es ist so ein innerer Zwang, der mich immer wieder zu Süssem greifen lässt.»
«Also, entweder bist du’s oder du bist es nicht.»
«Ja, dann ja.»
«Dann lass es.»
«Das ist einfacher gesagt als getan. Ich sagte ja, ich sollte nicht.»
«Dann musst du vielleicht sagen: ich will nicht. Sollte ist so schwammig, so: soll ich, soll ich nicht, soll ich
»
«Fee, du hast recht! Es liegt an der Einstellung, an der Herangehensweise, ich muss ganz fest und bestimmt *ich will nicht* denken. Danke für deinen Tipp.»

Am Nachmittag, Häxli jammert:

«Fee, es hat nicht funktioniert, ich habe gerade zwei Guetzli gegessen.»
«Was hast du dir denn dabei gedacht?»
«Ab Morgen esse ich bestimmt nichts Süsses mehr.»
«Aha, da liegt der Fehler. Du musst denken: ich esse jetzt nichts Süsses mehr.»
«Alles klar, Fee, danke für deine Unterstützung.»

 

Am Abend, Fee entdeckt Häxli am Vorratsschrank

 

 

«Häxli, was machst du da?»
«Och, nichts Besonderes, ich checke nur die Vorräte.»
«Ist das nicht ein Guetzlipack?»
«Ohh, tatsächlich.»
«Wolltest du etwa wieder deiner Sucht nachgeben?»
«Ach Fee, nur so ein kleines, klitzekleines Guetzli, kaum sichtbar.»
«Häxli, solange dein Schrank voller Süssigkeiten ist, machst du’s dir nur unnötig schwerer.»
«Aber ich muss doch etwas dahaben, wenn die Enkel kommen.»  
«Ich dachte, dafür sei die Glace im Gefrierschrank da.»
«Ach ja, ich habe ja noch Glace im Gefrierschrank. Nun gut, dann muss ich jetzt halt das Zeugs im Vorratsschrank noch leer essen, denn weggeworfen wird nichts.»
«Jaja, dann ruf mich, wenn du fertig bist. Ich rolle dich dann ins Bett!»