Dämonen

„Ach Fee, ich muss aufpassen, dass ich mich nicht wieder von diesen Dämonen jagen lasse.“
„Was denn für Dämonen? Ich sehe keine.“
„Ich dachte ihr Katzen seht solche Dinge?“
„Wenn da was ist, dann ja, aber wenn da nix ist, dann nicht.“
„Was willst du mir damit sagen?“
„Da sind keine Dämonen.“
„Doch, sie liegen da, als Staubschicht auf Möbeln und Wollmäusen auf Böden. Sie ächzen als Schmutzwäsche aus dem übervollen Wäschekorb und knarzen als Haarbüschel aus Abflussrohren.

Ach so, ich nahm an, wir sprechen von feinstofflichen Dämonen, deine im Kopf kann ich natürlich nicht sehen.“
„Sie sind nicht in meinem Kopf, sie sind da, ganz real und für jeden sichtbar. Besonders nach drei Wochen Ferien. Da heulen sie ganz besonders laut, weil sie beachtet werden wollen, weil sie bedüdelt und gehätschelt sein wollen.“
„Dann düdle und hätschle du, und dann ist Ruh.“
„Ich mag aber nicht! Ich habe mich so an diese lazy days gewöhnt. Kein Wecker am Morgen, nur die allernötigste Hausarbeit, in den Tag hineinleben. Ich glaube, nach diesen drei Wochen bin ich nicht mehr alltagstauglich. Ich bin gar alltagsuntauglich.“
„Was machen wir denn da? Im Grunde genommen stören mich Staub und Dreckwäsche ja nicht. Den einen bemerk ich nicht, die andere ist nicht von mir. Trotzdem sähe ich es ungern, wenn hier alles verlotterte.“
„Ich ja auch, Fee. Wir müssen eine Lösung finden. Vielleicht könntet Momo und du das Abstauben übernehmen? Eure Schwänzchen sehen ja fast schon aus wie ein Staubwedel, ein bisschen damit über die Möbel wedeln und gut ist.“
„So eine Frechheit, unsere Schwänzchen mit Staubwedeln zu vergleichen! Ausserdem, was würde dieses Staub verwedeln denn bringen? Reine Umverteilung wäre das.“
„Entschuldige Fee, ich dachte nur
es wäre auch zu schön gewesen.“
„Dann engagiere dir halt eine Haushaltshilfe.“
„Nein, das geht überhaupt nicht. Momo würde nur noch hinter dem Schrank leben, und ich lasse niemanden an meine heiligen Kühe.“
„Tja, dann weiss ich jetzt grad auch nicht weiter.“
„Eben, ich auch nicht.“
„Ich würde ja das kochen übernehmen, aber ich kann nicht kochen.“
„Ich weiss.“
„Momo könnten wir den Abfluss und überhaupt alle Sanitäranlagen überlassen.“
„Ich bin mir nicht sicher, ob Momo putzen kann.“
„Nein, ich auch nicht. Ich vermute eher, sie würde alles verschlimmbessern.“
„Das ist zu befürchten.“
„Vielleicht könnte sie Wäsche waschen?“
„Nein, das ist mir zu gefährlich. Was, wenn sie zwischen die Wäsche geriete? Wir beide wissen, wie verhuscht sie manchmal ist, und dann
ich will gar nicht daran denken.“
„Ich hab‘s! Ich gehe einkaufen!“
„Kommt gar nicht in Frage Fee. Ich bin mir nicht sicher, wann, oder ob du überhaupt wieder zurückkämst, du mit deinem Freiheitsdrang.“
„So, dann bin ich jetzt mit meinem Latein am Ende.“
„Fee! Es ist noch ein Tag. Morgen schmeisst du mich in gewohnter Manier aus dem Bett, und dann wird’s schon irgendwie gehen. Machen wir’s so?“
„Genauso machen wir’s!“